124 laſſen, und Euch morgen fruͤh Befehle ſenden. Sorgt da⸗ fuͤr, daß keiner von Eurer Schaar ſich entfernt.“
„Wie immer, Befehl und Gegenbefehl,“ murmelte Garſchattachin zwiſchen den Zaͤhnen;„aber Geduld, Ge⸗ duld, eines Tags wechſeln die Sitze, der Koͤnig kommt.“
Die beiden Reiterſchaaren ruͤſteten ſich nun zum Auf⸗ bruche, um noch vor Einbruch der Nacht die beſtimmten Quartiere zu beziehen. Ich erbielt nicht ſowohl die Ein⸗ ladung, als die Weiſung, die Schaar zu begleiten, und ſah, daß ich zwar nicht gerade als Gefangener, aber doch fuͤr verdaͤchtig angeſehen wurde. Die Zeiten waren auch, da das Land durch die großen Partheifragen der Jakobiten und Hannoveraner getheilt war, ſo gefaͤhrlich, und die ſteten Streitigkeiten zwiſchen Hochlaͤndern und Niederlaͤndern, ſo wie die unzaͤhligen Anlaͤſſe zu Fehden zwiſchen den maͤch⸗ tigen Familien Schottlands erweckten ſo allgemeinen Arg⸗ wohn, daß ein einzelner, unbeſchuͤtzter Fremdling beinahe gewiß ſeyn konnte, es werde ihm auf ſeinen Reiſen etwas unangenehmes aufſtoßen. Ich ergab mich daher geduldig in mein Schickſal, und troͤſtete mich mit der Hoffnung, daß ich von dem gefangenen Freibeuter einige Nachricht uͤber Rafhleigh und ſeine Raͤnke erhalten koͤnne. Es waͤre eine Ungerechtigkeit gegen mich ſelbſt, wenn ich ſagen wollte, daß meine Abſichten blos eigennuͤtzig geweſen ſeyen. Ich nahm zuviel Antheil an meinem ſonderbaren Bekann⸗ ten, um nicht zu wuͤnſchen, ihm alle die Dienſte zu leiſten,⸗ welche ſeine ungluͤckliche Lage erforderte oder geſtattete.


