116 Der Herzog war ſichtbar bewegt.„Es ſei ein ſchwie⸗ riger Fall, ſagte er, und er fühle dieß, aber er habe eine eine höhere Pflicht gegen das Vaterland zu erfüllen,— der rothe Robin muß ſterben!“ 4 4 Ich geſtehe, ich war ſelbſt bewegt, als ich hörte, wel⸗ ches Schickſal Campbelln bevorſtand, der ſeine wohlwollend⸗
Geſinnung gegen mich ſo oft bewieſen hatte. Mehrere theile
ten dieß Gefühl, und ſuchten fuͤr ihn zu ſprechen.„Es waͤre rathſamer, ihn nach dem Schloſſe Stirling zu ſenden, und dort gefangen zu halten, als Unterpfand für die Unterwerfung und Zerſtreuung ſeiner Bande. Es würde großes Unheil bringen, das Land einer Plünderung auszuſezen, der jezt, da die langen Nächte herannahten, ſehr ſchwer zu begegnen ſeyn würde, es ſei unmöglich, jeden Punkt zu bewachen, und die Hochländer würden gewiß die unbeſezten Zugänge zu ſinden wiſſen. Auch waͤre es ſehr hart,“ ſezten ſie hinzu,
„die unglücklichen Gefangenen einer faſt gewißen Ermordung
auszuſezen, die in dem erſten Ausbruch der Rache mit Ge⸗ wißheit zu erwarten ſei.“. Garſchattachin wagte, auf die Ehre des Herzogs ver⸗ trauend, noch mehr, obwohl er wußte, daß dieſer beſondere Gruͤnde habe, dem Gefangenen abhold zu ſeyn.„Der rothe Robin ſei zwar ein boͤſer Nachbar fuͤr das Nieder⸗ land, und beſonders fuͤr den Herzog, habe auch die Sache weiter getrieben, als irgend einer in dieſen Tagen, ſey aber doch ein grundgeſcheidter Kerl, und es moͤchte wohl
ſonſt Mittel geben, ihn zur Vernunft zu bringen; ſein
Weib und ſeine Soͤhne aber ſeyen ruchloſe Feinde, ohne


