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will Euch die reine Wahrhbeit fagen, Baſe, zoie es ſich fuͤr mich ziemt, nach beſtem Gewiſſen; Euer Mann, den ich um ſeinet⸗ und um meinetwillen hier wuͤnſchte,— und auch der Dougal, die wiſſen's beide, daß Nicol Jarvie bei den Fehlern eines Freundes ſo gut durch die Finger ſieht, als einer, aber doch muß ich Euch ſagen, Baſe, meine Sache iſt es nie, anders zu denken, als zu reden, und ehe ich ſagte, daß der arme Burſche mit Recht umgebracht worden ſey, wollt' ich lieber an ſeiner Seite liegen,— doch ich denke, Ihr waͤret das erſte hochlaͤndiſche Weib, das dem nahen Vetter ihres Mannes ein ſolches Schickſal bereitete.
Dieſer feſte Ton ſchlen auf das harte Herz ſeiner Baſe mehr Eindruck zu machen, als vorher ſeine flehende Bitte, ſo wie Edelſteine wohl mit Stahl, doch nicht mit weichern Metallen geſchnitten werden koͤnnen. Sie befahl uns beiden, vor ſſe zu treten.„Euer Name iſt Osbaldi⸗ ſtone?“ ſagte ſie zu mir.„Der Elende, von deſſen Tode Ihr Zeuge geweſen ſeyd, nannte Euch ſo.“
„So heiße ich,“ war meine Antwort.
„Raſhleigh iſt dann vermuthlich Euer Taufname?“ fuhr ſie fort.
„Nein, mein Name iſt Franz.“
„Aber Ihr kennt Raſbleiah Osbaldiſtone?“— Er iſt Euer Bruder, wenn ich mich nicht irre, wenigſtens Euer naher Vetter und Freund.“
„Er iſt mein Vetter,“ erwiederte ich,„aber nicht mein Freund. Wir ſtanden neulich im Zweikampf einander ge⸗ genuͤber, als uns jemand trennte, der, wie ich hoͤre, Euer Mann iſt. Mein Blut iſt kaum trocken an ſeinem Degen und die
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