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Wunde an meiner Seite noch friſch. Ich habe wenig Ur⸗ ſache, ihn als meinen Freund zu erkennen.“
„Wenn Ihr alſo nichts mit dieſen Raͤnken zu thun habt, ſo koͤnnt Ihr ſicher zu Garſchattachin und ſeiner Parthie gehen, ohne Furcht, feſtgehalten zu werden, und koͤnnt ihnen eine Botſchaft von Mac Gregors Weibe brin⸗ gen.“
Ich antwortete, ich wuͤßte keinen Grund, warum die Miliz mich feſthalten ſollte, und daß ich fuͤr mich nichts zu fuͤrchten haben wuͤrde, wenn ich in ihre Gewalt kaͤme; wenn ich durch dieſe Geſandtſchaft meinem Freunde und meinem Diener Schutz verſchaffen koͤnnte, ſo wuͤrde ich mich augenblicklich auf den Weg machen. Zugleich ergriff ich die Gelegenheit,— ihr zu ſagen:„ich ſey in dieß Land gekommen auf ihres Mannes Einladung und auf ſei⸗ ne Verſicherung hin, daß er mich in einer Sache von Wich⸗ tigkeit unterſtuͤtzen werde; mein Gefaͤhrte hier, Herr Jar⸗ vie, haͤtte mich auf dieſer Fahrt begleitet.“
„Und dieſer wuͤnſcht, ſeine Stiefeln waͤren voll ſieden⸗ den Waſſers geweſen, als er ſie zur Reiſe anziehen woll⸗ te,“ unterbrach mich Jarvie.
„Daran koͤnnt Ihr Euern Vater erkennen,“ ſagte He⸗ lene Mac Gregor zu ihren Soͤhnen.„Weiſe iſt er nur, wenn er die Muͤtze auf dem Kopf und das Schwert in der Hand hat, ſobald er aber den Tartan mit dem Tuchkleide vertauſcht, wird er ein Opfer der elenden Raͤnke der Nie⸗ derlaͤnder, und nach allem, was er gelitten hat, ihr Ge⸗ ſchaͤftsfuͤhrer, ihr Werkzeug,— ihr Sklave.“
„Setzt auch hinzu,“ ſagte ich,„— ihr Wohlthaͤter.“
„Mag ſeyn,“ ſagte ſie,„das iſt der leerſte Titel von allen, denn wenn er auch Wohlthaten ausgeſaͤet hat, uͤber⸗


