Teil eines Werkes 
103. Band, Robin der Rothe : 4. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
Einzelbild herunterladen

101

Berge, ſeit dem Laͤrme des Kampfs verſtummt, antwortete nun auf das verzweiflungsvolle, mißtoͤnige Jammergeheul, das ſelbſt die Nachtvoͤgel aus ihrem Lager in den Felſen aufſcheuchte, als waͤren ſie erſchrocken daruͤber, ein ſcheußli⸗ cheres, ungluͤckweiſſagenderes Geſchrei, als das ihrige, am hellen Tage zu hoͤren.

Gefangen? wiederholte Helene, als das Geſchref

ſchwieg,gefangen? und Ihr lebt noch, es mir zu ſagen? Feige Memmen? habe ich Euch darum geſaͤugt, daß Ihr Euer Blut ſchonen ſollt gegen Eures Vaters Feinde? oder ihn, gefangen zu ſehen, und zuruͤckzukommen, es mir zu ſagen? Mar Gregors Soͤhne, an welche ſie dieſe ſtrafenden Worte richtete, waren Juͤnglinge, von denen der aͤlteſte kaum ſein zwanzigſtes Jahr erreicht hatte. Er hieß Ro⸗ bert, um ihn aber von ſeinem Vater zu unterſcheiden, nannten ihn die Hochlaͤnder Og, d. h. den Kleinen. Dunk⸗ les Haar, finſtre Zuͤge mit der Gluth friſcher Geſundheit, eine ſtarke, uͤber ſeine Jahre gedrungene Geſtalt, dieß war das Bild des jungen Bergbewohners Jakob war ſchlan⸗ ker und weit huͤbſcher, als ſein Bruder; ſeine hellblauen Augen und die Fuͤlle des ſchoͤnen Haars, das unter der dunkelblauen Muͤze hervorwallte, machten ihn zu einem freundlichen Bilde eines hochlaͤndiſchen Juͤnglings.

Beide ſtanden jetzt vor ihrer Mutter, Schmerz und Schaam im Geſichte, und hoͤrten mit ehefurchtsvoller Un⸗ terwerfung auf die Tadelreden, womltt ſie uͤberſchuͤttet wurden. Endlich, als der Unwille der Gebieterin ſich zu mildern ſchien, ſuchte der aͤltere in engliſcher Sprache⸗ wahrſcheinlich, um von den uͤbrigen nicht verſtanden zu⸗ werden, ehrfurchtsyoll ſich und ſeinen Bruder zu rechtferti⸗