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gewehren, und einige hatten blos Keulen, Dolche und lange Meſſer. Von der zweiten Schaar aber hatten die meiſten Piſtolen im Guͤrtel und beinahe alle Dolche neben ihren Patrontaſchen, die ſie vorne trugen. Jeder hatte ein gutes Feuergewehr in der Hand, ein Schwert an der Seite und einen ſtarken runden Schild aus leichtem Holze, der mit Leder uͤberzogen, zierlich mit kupfernen Buckeln verſehen war, und in der Mitte eine eingeſchraubte ſtaͤhlerne Spize
hatte. Dieſe hiengen waͤhrend des Marſches und beim Feuern
auf dem Ruͤcken, und wurden am linken Arme getragen, wenn ſie mit dem Schwert in der Fauſt angriffen.
Aber es war leicht zu ſehen, daß dieſe auserleſene Schaar nicht von einem ſolchen Siege heimkam, wie ihre ſchlechter geruͤſteten Gefaͤhrten erfochten hatten. Die Sack⸗ pfeife ließ zuweilen klagende Toͤne hoͤren, die ein ganz an⸗ deres Gefuͤhl, als die Siegesfreude ausdrückten, und ſchwei⸗ gend mit geſenkten, duͤſtern Blicken nahten ſie ſich der Gattin ihres Haͤuptlings. Als ſie vor ihr ſtanden, ertoͤn⸗ ten noch einmal die wilden, klagenden Toͤne der Sack⸗ pfeife. 3
Helene ſtuͤrzte vorwaͤrts mit einem Blicke, in dem ſich Zorn und Beſorgniß ausſprachen. Was bedeutet dieß, Al⸗ laſter?“ ſagte ſie zu dem Spielmann.„Warum eine Klage im Augenblicke des Siegs?— Rubert,— Jakob— Wo iſt Mac Gregor?— wo iſt Euer Vater?“
Ihre Soͤhne, welche die Schaar fuͤhrten, traten mit langſamen, ungewiſſen Schritten vor, und murmelten ei⸗ nige gaͤliſche Worte, worauf die Mutter einen gellenden Schrei ausſtieß, in den alle Weiber und Kinder einſtimm⸗ ten, wozu ſie in die Haͤnde ſchlugen und heulten, als ob
ihr Leben in den Toͤnen hinſterben ſolle. Das Echo der


