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Die Dame wollte eben antworten, als die wilden Toͤne einer Sackpfeife auf dem Wege von Aberfoil her ſich hoͤ⸗ ren ließen, vermuthlich dieſelben, die Hauptmann Thorn⸗ tons Nachhut vernommen, und wodurch dieſer hewogen wur⸗ de, lieber den or ihm liegenden Engpaß zu ſtuͤrmen, als in das Dorf zuruͤckzukehren. Das Gefecht hatte ſo kurz gedauert, daß die Bewaffneten, welche dieſer Kriegsmelo⸗ die folgten, keinen Theil mehr daran nehmen konnten, un⸗ geachtet ſie bei dem Schalle des Gewehrfeuers ihre Schritte beſchleunigt hatten. Der Sieg war vollſtaͤndig ohne ſie, und ſie kamen jezt, um den Triumph ihrer Landsleute zu theilen.
Die neuen Ankoͤmmlinge unterſchieden ſich auffallend, und ſehr zu ihrem Vortheile von dem Haufen, welcher die Soldaten uͤberwunden hatte. Unter den Hochlaͤndern, weh⸗ che die Gebieterin umgaben, waren hochbejahrte Greiſe, Knaben, kaum faͤhig, die Waffen zu tragen, ſelbſt Weiben, kurz Menſchen, die nur in der dringendſten Noth die Waf⸗ fen ergreifen, und die Niedergeſchlagenheit, die Thorntons maͤnnliche Zuͤge umwoͤlkte, wurde noch durch die bittere Schaam erhoͤbt, als er ſah, daß es einem ſonſt ſo veraͤcht⸗ lichen Feinde durch Uebermacht und gluͤckliche Stellung ge⸗ lungen war, ſeine tapfern Veteranen zu beſiegen. Aber die drelßig oder vierzig Hochlaͤnder, die jezt heran kamen, wa⸗ ren lauter Maͤnner in der Bluͤ he der Jugend oder des maͤnnlichen Alters, ruͤſtige, wehlgebildete Leute, deren ner⸗ vige Glieder in den furzen Struͤmpfen und den aufgeſck uͤrz⸗ ten Plaids ſich vortheilhaft usnahmen. Ihre Waffen, ſo wie ihre Kleider und thr ganzer Aufzug, waren beſſer, als die der erſten Schaar. Die Begleiter der Antuͤhrerin tru⸗ gen Aexte, Sicheln, allerlei alte Waſſen neben ihren Feuer⸗
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