Teil eines Werkes 
103. Band, Robin der Rothe : 4. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
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haben kann, und wie hoch Ihr auch Euern Mann halten moͤget, und es iſt recht, daß eine Frau Ihren Ehemann ehrt, wie geſchrieben ſteht, ſo hoch Ihr ihn auch halten moͤget, wie ich eben ſagte, ich bin wohl kuͤrzlich erſt Robin zu Dienſten geweſen, habe auch Euch eine Perlenſchnur geſchickt zu Eurer Hochzeit, damals aber war Robin ein ehrlicher Viehhaͤndler, hatte nichts zu ſchaffen mit derglei⸗ chen ungerechten Dingen, nichts mit Fechten und Streiten, ſtoͤrte nicht des Koͤnigs Frieden im Lande, und entwaffnete ſeine Soldaten.

Hier hatte er offenbar einen Ton angeſchlagen, den ſeine Verwandte nicht dulden konnte. Sie richtete ſich ſtolz empor, und verrieth die Heftigkeit ihrer Gefuͤhle durch ein halb hoͤhniſches, halb bitteres Lachen.

Ihr und Eures gleichen koͤnnten einen Anſpruch ha⸗ ben auf Verwandtſchaft mit uns, wenn wir zu der Erbaͤrm⸗ lichkeit herabſaͤnken, unter Eurer Herrſchaft zu leben, wie Eure Holzhauer und Waſſertraͤger, um Vieh zu finden fuͤr Eure Gaſtmahle, und Knechte, um ſich von Euern Ge⸗ ſezen unterdruͤcken und niedertreten zu laſſen. Aber jezt noch ſind wir frei, frei durch eben die That, die uns weder Haus, noch Heerd, weder Nahrung, noch Kleidung ließ, die uns alles, alles raubte, und mir Seufzer auspreßt, wenn ich daran denke, daß ich noch fuͤr etwas an⸗ deres der Erde eine Laſt ſeyn ſoll, als um Rache zu neh⸗ men. Und ich will das Werk fortfuͤhren, womit dieſer Tag ſo gut anſieng, durch eine That, die alle Bande zwiſchen Mac Gregor und den Schurken im Niederlande zerreißen ſoll. Hier Allan, Dougal, bindet dieſe Sachſen an Hals und Fuͤßen zuſammen, und werft ſie in den hoch⸗

W. Scott's Werke. CIII. 7