Teil eines Werkes 
103. Band, Robin der Rothe : 4. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
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94 dem weiblichen Anfuͤhrer der ſiegreichen Schaar vorzuſtel⸗ len. Dougal ſtritt und laͤrmte heſtig mit ſeinen Gefaͤhr⸗ ten, und wies diejenigen, die ſich einen naͤhern Antheil an unſerer Gefangennehmung anmaßen wollten, mit Drohun⸗ gen und Gewalt zuruͤck. Endlich gelangten wir vor die Heldin des Tags, deren Anblick mir, die Wahrheit zu ge⸗ ſtehen, nicht minder Beſorgniß einſtoͤste, als die wilden, rauhen und kriegeriſchen Geſtalten, die uns umgaben. Ich weiß nicht, ob Helena Mae Grezor perſoͤnlich Antheil am Kampfe nahm, und erhlelt auch nachher Urſache, das Ge⸗ gentheil zu vermuthen, aber die Blutſlecken auf ihrem Ge⸗ ſicht, ihren Haͤnden und entbloͤsten Armen, ſo wie auf dem Schwert, das ſie noch immer in der Hand hielt, ihr gluͤ⸗ hendes Geſicht und die wildfliegenden Rabenlocken, die un⸗ ter ihrer rothen Muͤze hervorquollen, alles ſchlen mir an⸗ zudeuten, das ſie ſelbſt mitgefochten habe. Ihre durchdrin⸗ genden ſchwarzen Augen und ihre Zuͤge ſtrahlten von dem ſtolzen Gefuͤhl der Siegesfreude und befriedigter Rache. Dennoch zeigte ihr Benehmen nicht geradezu Blut durſt oder Grauſamkeit an, und ihr Bild erlnnerte mich, als die erſte Regung von Unruhe verſchwunden war, au einige Ge⸗ maͤlde von begeiſterten Heldinnen, die ich in den ka ho⸗ liſchen Kirchen Frankreichs geſehen hatte. Sie war freilich nicht ſchoͤn genug fuͤr eine Judith, noch hatte ſie den be⸗ geiſterten Ausdruck der Zuͤge einer Debora, aber die Begel⸗ ſterung, von der ſie ergriffen war, gab ihrem Geſicht und ihrem Benehmen, worin an ſich ſchon eine wilde Erhaben⸗ heit lag, eine große Aehnlichkeit mit den Bildern jeuer wundervollen Kuͤnſtler, welche die Heldinnen der bibliſchen Geſchichte verherrlichten.

Ich war noch ungewiß, wie ich ein ſo ſeltſames Weib