.84
chen Einflus des Kummers und der Leidenſchaft tief ge⸗ furcht, kraͤftig, hart und ausdrucksvoll waren. Ste trug ihren Plaid nicht um Kopf und Schultern, wie es die Sitte der Weiber in Schottland iſt, ſondern um den Koͤr⸗ per geſchlungen, wie die hochlaͤndiſchen Krieger. Sie trug eine Maͤnnermuͤze mit einer Feder, ein bloßes Schwert in der Hand, und ein Paar Piſtolen im Guͤrtel.
„Es iſt Helene Campbell, Robins Weib,“ fluͤſterte mir Jarvie ziemlich heſtuͤrzt zu;„und es wird biutige Koͤpfe unter uns geben, das werden wir beld ſehen.“
„Was ſucht Ihr hier?“ fragte ſie abermals den Haupt⸗ mann Thornton, der ſich ihr genaͤhert hatte.
„Wir ſuchen den geaͤchteten Robin Mac Gregor Camp⸗ bell,“ antwortere der Offizier,„und fuͤhren nicht mit Wei⸗ bern Krieg, darum leiſtet den Truppen des Koͤnigs keinen vergeblichen Widerſtand, und ſeid einer freundlichen Be⸗ handlung verſichert“
„Ah!“ erwiederte die Amazone;„ich kenne Eure ſanfte Gnade. Ihr habt mir meinen guten Namen und Ruf genommen. Meiner Mutter Gebeine werden ſich im Grabe abwenden, wenn die meinigen neben ſie gelegt wer⸗ den. Ihr habt mir und den Meinigen weder Haus, noch
Heimath gelaſſen, weder Bett, noch Lager, kein Vieh, uns zu naͤhren, keine Schaafe, uns zu kleiden; Ihr habt uns alles,— alles genommen,— ſelbſt den Namen unſe⸗ rer Vorfahren, und nun trachtet Ihr auch nach unſerem Leben.“
„Ich trachte nach keines Menſchen geben,“ erwiederte der Hauptmann;„ich vollziehe nur meine Befehle. Wenn Ihr allein ſeid, gute Frau, ſo habt Ihr nichts zu fuͤrch⸗ ten,— habt Ihr aber Leute bei Euch, die unbeſonnen ge⸗


