Teil eines Werkes 
103. Band, Robin der Rothe : 4. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
Einzelbild herunterladen

33

hörte nichts, als den eintönigen klagenden Ruf des Kibitzes und des Waſſerhuhns.

Bei der Mahlzeit indeß, die wir Nachmittags in einer erbärmlichen Bierſchenke einnahmen, fanden wir zum Gluͤck, daß jene laͤſtigen Schreier nicht die einzigen Bewohner der Moore waren Die Wirthin ſagte uns, der Wirth ſey auf dem Hügel geweſen, und wir erfreuten uns demzufolge ſeiner Jagdbeute, einiger Vögel, die wir gebraten aufgetiſcht erhiel⸗ ten, nebſt Schaafkäſe, getrockneten Salmen und Haferbrod; dieß war alles, was uns das Haus bot. Einige Flaſchen ſchlechtes Bier und ein Glas vortrefflichen Branntweins krön⸗ ten unſer Mahl, und da unſere Pferde inzwiſchen auch ihrem Hafer Ehre angethan hatten, ſo ſetzten wir mit erneuter Kraſt unſere Reiſe fort.

Ich bedurfte aller Stärkung, die ein gutes Mahl mir hätte geben koͤnnen, um der Niedergeſchlagenheit zu entgehen, die unvermerkt über mich Herr wurde, als ich die ſeltſame Ungewißheit meiner Fahrt mit dem troſtloſen Anblick des Lan⸗ des verglich, durch den ſie mich führte. Unſer Weg wurde wo möglich noch oͤder und wilder, als am Vormittag. Die wenigen elenden Hütten, die hie und da zeigten, daß die Ge⸗ gend von Menſchen bewohnt ſei, wurden nun noch ſeltener, und verſchwanden endlich ganz, als das Moor bergan zu ſtei⸗ gen begann. Das Einzige, woran ſich die Einbildungskraft halten konnte, waren die dunkelblauen Berge, die ſich weſt⸗ lich und nordweſtlich von uns ausdehnten, wenn eine Krüm⸗ mung des Wegs ſie uns zeigte. Ihre Thäler und Schluch⸗ ten ſchienen ein vielleicht nicht minder wildes, doch gewiß an⸗ zehenderes Land einzuſchließen, als dasjenige, welches wir lett durchzogen. Die Gipfel dieſer Berge waren ſo mannig⸗ fach geſtaltet, als die Hügel, die wir auf der rechten Seite

W. Scott's Werke. CIII. 3