Teil eines Werkes 
103. Band, Robin der Rothe : 4. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
Einzelbild herunterladen

1 AnSeon u— A*

2— ð& 2

31

bei einer Eitelkeit, die um ſo lächerlicher war, als er ſie zu⸗ weilen unter einem leichten Schleier von Demuth zu verdecken ſuchte, und bei allem Mangel einer wiſſenſchaftlichen Erzie⸗ hung zeigte Herrn Jarvie's Unterhaltung eine ſcharfe Beob⸗ achtung, freie Anſichten und einen ſo gebildeten Geiſt, als man nur immer von ihm erwarten konnte. Er kannte die Alterthümer ſeines Landes, und unterhielt mich mit der Er⸗ zählung bemerkenswerther Vorfälle, die in den Gegenden, durch welche wir kamen, ſich ereignet hatten. Da er auch in der alten Geſchichte ſeiner Heimath wohl bewandert war, ſo ſah er mit dem vorſchauenden Blicke eines einſichtsvollen Va⸗ terlandsfreundes manche Vortheile ſchon im Keime, die erſt ſeit kurzer Zeit zur Bluͤthe und zur Keife gelangt ſind. Ob⸗ gleich er ein Schotte und ſehr für die Ehre ſeines Landes eingenommen war, ſo bemerkte ich doch mit Vergnuͤgen, daß er kein engherziges Vorurtheil gegen das Schweſter⸗König⸗ reich hege. Als Andreas, den. Jarvie, gelegentlich geſagt, nicht ausſtehen konnte, den Verluſt eines Hufeiſens dem ſchlimmen Einfluß der Union zuſchrieb, zog er ſich eine derbe Zurechtweiſung zu.

„Still, ſtill! das ſind böſe Zungen, wie die Eurige, die ſtiften Unheil zwiſchen Nachbarn und Völkern. Nichts auf der Erde iſt ſo gut, daß es nicht beſſer ſeyn könnte, und das kann man auch von der Union ſagen. Niemand war mehr dagegen, als das Volk von Glasgow mit ihren Aufſtanden und Unruhen und Bewegungen. Das iſt aber ein böſer Wind, der fär niemanden gut bläst, laßt jeden das Fahrwaſſer loben, wie er's findet,— ich meine, laßt Glasgow blühen, welche Worte ſo richtig und ſchön um das Stadtwapyen her ſtehen. Nun, ſeit Skt. Mungo Häringe im Clyde ſieng, was war je ſo geeignet, die Stadt bluͤhend