105
nothwendige Folge der Lage, in die es, vielleicht mehr duldend als handelnd, durch die Revolution der hundert Tage verſetzt worden war. Alle zum Behufe der Aufreitzung des Volks gegen die Verbuͤndeten in Umlauf geſetzten Prophezeiungen, daß ſie ſelbſtſuͤchtige und rachſuͤchtige Plane verfolgen, oder den hohen Na⸗ tional⸗Rang, den dieſes ſchoͤne Koͤnigreich in Europa einnehmen berufen ſey, zu vernichte ſuchen, er⸗ wieſen ſich als im hoͤchſten Grade falſch. Die ero⸗ berten Provinzen, wie ſie genann wurden, die Er⸗ werbungen Ludwigs XV. wurden nicht von dem fran⸗ zoͤſiſchen Reiche abgeriſſen— die Colonien wurden gelaſſen, wie ſie nach dem Pariſerfrieden waren. Die Englaͤnder legten den Franzoſen keinen unguͤnſtigen Handelsvertrag auf, was, wie Napoleon verſicherte, ihre Abſicht war, und worauf nicht beharrt zu haben, er nachmals als eine ſtraͤfliche Vernachlaͤßigung der brittiſchen Intereſſen von Seiten der engliſchen Mi⸗ niſter betrachtete. Frankreich wurde uͤbrigens, wie es ſeyn ſollte, ganz unabhaͤngig und in glaͤnzender Macht gelaſſen.
Nicht minder falſch, als die Prophezelungen in Betreff der Abſichten der Verbuͤndeten geweſen wa⸗ ren, erwieſen ſich die Weiſſagungen hinſichtlich der Feſtigkeit der neuen koͤniglichen Regierung. Viele prophezeiten den Sturz der Bourboniſchen Dynaſtie. Nur mit großem Widerſtreben wollten die politiſchen Auguren zugeben, daß ſte bis zum Tode Ludwigs


