ſchuͤttelten, waͤhrend au ihrer eigenen das geronnene Blut ſeiner Freunde klebte, und ſie kaum noch dieſel⸗ ben erhoben hatten, um ſein eigenes zu vergießen. Wenig aber und kurz waren dieſe Symptome von Mitleiden. Im allgemeinen war Tod das Loos der Gefangenen, und dieſes Schickſal wurde augenblicklich erfuͤllt.
Mittlerweile waren die Geſangenen in ihrem Gefaͤngniß eingeſperrt, wie Vieh in dem Schlachthau⸗ ſe, und in vielen Faͤllen konnten ſie aus den Fen⸗
ſtern, die nach außen giengen, das Schickſal ihrer Gefaͤhrten bemerken, ihr Geſchrei hoͤren, ihren Kampf ſehen, und von dem ſchrecklichen Anblick lernen, auf welche Weiſe ſie am beſten ihrem eigenen nahenden Schickal entgegentreten koͤnnten. Sie bemerkten nach St. Meard, welcher in ſeiner wohlbekannten„ſechs und dreißigſtuͤndigen Todesangſt“ Nachricht von die⸗ ſen ſchrecklichen Auftritten gegeben hat, daß diejeni⸗ gen, welche die Schlaͤge der Henker durch Emporhal⸗ ten der Hand auffiengen, eine laͤngere Qual erdulde⸗ ten, waͤhrend diejenigen, wo man keinen Kampf er⸗ blickte, ſchneller abgefertigt wurden; und ſie ermu⸗
tthigten einander gegen eitig, ſich ihrem Schickſal auf
die Weiſe zu unterwerfen, welche ihre Leiden am wenigſten verlaͤngern wuͤrde. Viele Damen, beſon⸗ ders diejenigen, welche zum Hofe gehoͤrten, wurden
auf dieſe Weiſe abgeſchlachtet. Die Prinzeſſin Lam⸗
valle, deren einziges Verbrechen ihre Freundſchaft fuͤr


