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26. Band, Leben von Napoleon Buonaparte, Kaiser von Frankreich : mit einer Übersicht der französischen Revolution : 2. Theil (1827) The life of Napoleon Buonaparte, emperor of the French
Entstehung
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9 der vielen talentvollen Maͤnner gewinnt, die, entſchloſ⸗ ſen, ſich in dieſer neuen Welt emporzubringen, noch nicht beſtimmt haben, auf welche Seite ſie ſich ſchla⸗ gen wollen. Allein Necker, weniger bekannt mit den Menſchen, als mit der Mathematik, glaubte jed Mitglied habe Einſicht genug, um die dem oͤffent⸗ lichen Wohle erſprießlichſten Maßregeln zu ge wahren, und Tugend genug, um ſie getreu und ausſchließlich zu befolgen. Umſonſt war es, daß der Marquis von Bouillé auf die Gefahren aufmerkſam machte, die aus der den Generalſtaaten zugedach⸗ ten Konſtitution entſpringen muͤſſen und behauptete, der Miniſter bewaffne die Volksparthey der Nation gegen die zwei privilegirten Staͤnde, und die letz⸗ tern werden bald die Wirkungen ihres durch Eigen⸗ nutz und Eitelkeit die thaͤtigſten Leidenſchaften der Menſchen, angefachten Haſſes erfahren muͤſſen. Nec⸗ ker antwortete ruhig, man muͤſſe ein nothwendi⸗ ges Vertrauen auf die Tugenden des menſchlichen Herzens ſetzen; die Maxime eines trefflichen Menſchen, aber nicht die Marime eines erleuchteten Staatsmannes), der nur zu gut wiſſen muß, wie oft die Tugenden und die Klugheit der menſchlichen Natur von ihren Vorurtheilen und Leidenſchaften uͤberwaͤltigt werden.

*) Siehe Mémoires de Bouillé. Frau von Stael gibt ſelbſt dieſe Schwache in dem Karakter eines Vaters zu, auf den ſie mit Recht ſiolz war.Er vertraute zu ſehr, man muß es geſtehen, auf die Herrſchaft der Vernunft, Betrachtungen über die Revol. Band I. S. 71. 3