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Necker geſtand dem dritten Stande das Recht der zweifachen Repraͤſentation zu, allein er ſchien
bereit, die alte Ordnung des Berathſchlagens und
Abſtimmens in beſondern Kammern zu vertheidigen. Jeder Verſuch der Krone, ſich durch ihre eigene un⸗ unterſtuͤtzte Kraft zu behaupten, war bereits durch den erwachenden Geiſt des Landes vereitelt worden; und da die Geiſtlichkeit und der Adel durch innern Zwie⸗ ſpalt zerriſſen und durch den Volkshaß, der auf ihnen laſtete, geſchwaͤcht waren, ſo wuͤrde eine kuͤnſtliche Befeſtigung ihrer Kraft und eine innige Verbindung zwiſchen ihnen und der Krone erfordert worden ſeyn, um eine Gegengewalt gegen die volksthuͤmlichen An⸗ ſpruͤche der Gemeinen aufzuſtellen, die, wie man zu erwarten hatte, nicht nur von ihnen ſelbſt mit der hoͤchſten Kuͤhnheit behauptet, ſondern auch von der Nation hoͤchſt beguͤnſtigt werden mußten. Alles dieſes wurde jedoch großentheils dem Zufalle uͤber⸗ laſſen, waͤhrend jede Wahrſcheinlichkeit gegen die Annahme ſprach, daß es auf eine fuͤr die Monar⸗ chie vortheilhafte Weiſe werde angeordnet werden. Der Miniſter haͤtte auch, der Klugheit gemaͤß, dafuͤr beſorgt ſeyn ſollen, ſich in dem dritten Stande ſelbſt eine Parthei zu ſichern, die einigen Anſtrich von Royalismus gehabt haͤtte. Dies haͤtte ohne Zwei⸗ fel durch die gewoͤhnlichen miniſteriellen Kuͤnſte ge⸗ ſchehen koͤnnen, wodurch man Einfluß auf die Wahl
ausuͤbt, oder fuͤr die Intereſſen der Krone einige
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