Teil eines Werkes 
26. Band, Leben von Napoleon Buonaparte, Kaiser von Frankreich : mit einer Übersicht der französischen Revolution : 2. Theil (1827) The life of Napoleon Buonaparte, emperor of the French
Entstehung
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worden war. Das Parlament hatte ſich fuͤr unbe⸗ fugt zur Ergreifung der Maßregeln erklaͤrt, welche die dringende Noth des Koͤnigreichs erheiſchte. Das von dem Koͤnige angenommene Betragen verrieth Zweifel und Unſchluͤſſigkeit, wo nicht Unfaͤhigkeit. Der dritte Stand war daher die Rathsverſammlung, auf welche die Augen der Nation in dieſem kritiſchen Zeitpunkte gerichtet waren.

Was iſt der dritte Stand? So lautete der Titel einer Flugſchrift des Abbè Sieyes. Die Ant⸗ wort, welche der Verfaſſer gab, war der Art, daß ſie alle die herrlichen Ideen vermehrte, die ſich be⸗ reits in die Koͤpfe der Menſchen, in Betreff der Wichtigkeit dieſes Standes eingeniſtet hatten.Der dritte Stand, ſagte er, begreift die ganze Nation Frank⸗ reichs in ſich, mit Ausnahme des Adels und der Geiſtlichkeit. Dieſe Anſicht machte ſo großes Gluͤck, daß die Notabelu den Vorſchlag machten, die Gemei⸗ nen oder der dritte Stand ſollten bei den General⸗ ſtaaten eine, dem vereinten Adel und der Geiſtlich⸗ keit gleichkommende Anzahl von Repraͤſentanten ha⸗ ben, und auf dieſe Art, im Punkte der verhaͤltniß⸗ maͤßigen Zahl, die Haͤlfte aller Abgeordneten bilden.

Dieß waͤre jedoch vergleichungsweiſe von gerin⸗ ger Wichtigkeit geweſen, haͤtte man be ſchloſſen, die drei Staͤnde ſollten nicht als vereinte Koͤrper, ſon⸗ dern in 3 beſondern Kammern Sitzung halten, ſich berathen und abſtimmen.