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ſchafft, ohne diejenigen zu rechtfertigen, welche das erſtere ausuͤben.
Kurz nach der Annahme dieſes Plans, welcher trotz ſeiner Anſicht und Einſpruͤche durchgegangen war, ſah Necker wohl ein, daß ſeine Dienſte der Verſammlung nicht fuͤrder annehmlich ſeien, und daß er dem Koͤnige nichts mehr nuͤtzen koͤnne. Er bot ſeine Entlaſſung an, die Verſammlung nahm ſie mit kalter Gleichguͤltigkeit an; ja bei ſeiner Zuruͤckkehr in ſein Vaterland ward ſeine Si⸗ cherheit von demſelben Volke gefaͤhrdet, welches ihn zweimal als ſeinen Befreier begruͤßt hatte. Dieſer vol⸗ lendete Staatsmann entdeckte zu ſpaͤt, daß die oͤffeütliche Meinung zum Zwecke des allgemeinen Beſten, das ſie durch ihre eigene huͤlfloſe und uͤbelgeleitete Anſtrengung nicht erreichen kann, gefuͤhrt und geleiret werden muß, und daß ſeine eigene Popularitat nur minder ehrlichen und verſchlageneren Maͤnnern zum Mittel gedient hatte, ihre eigenen Zwecke zu erreichen. Aber die Majoritaͤt der Na⸗ tionalverſammlung wollte die Gallicaniſche Kirche einer noch heftigeren Probe unterwerfen. Sie griff das Ge⸗ wiſſen der franzoͤfiſchen Geiſtlichkeit in demſelben Grade an, wie ſie fruͤher ihr Vermoͤgen antaſteten, und war alſo auch um ſo viel weniger zu entſchuldigen, ſo daß es ſchwer iſt, ihr einen andern Bewegagrund unterzule⸗ gen, der ſie zu dieſer Maßregel haͤtte verleiten koͤnnen, auſſer dem heftigen Wunſche, in jedem Departement des Staates Neuerungen einzufuͤhren, und eine konſtitutio⸗ nelle Geiſtlichkeit zu haben, ſo wie ſie ſchon einen kon⸗ ſtitutionellen Koͤnig beſaßen.
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