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les, und er brachte es bis zur Dictatur von Europa. In dieſer erſten Periode hatte man die groͤßte Mei⸗ nung von ſeinen Talenten; durch dieß, ſo wie durch ſein Waffengluͤck und die Herrlichkeit ſeines oͤffent⸗ lichen Lebens gewoͤhnte man ſich immer mehr daran, in dem großen Koͤnig die Schutzgottheit und den ein⸗ zigen Repraͤſentanten der geſammten, von ihm be⸗ herrſchten Nation zu ſehen. In ſeinen ſpaͤtern Jah⸗ ren kamen Ungluͤck und Truͤbſal uͤber ihn; allein, zur Ehre des franzoͤſiſchen Volkes ſei es geſagt, ſeine treue Anhaͤnglichkeit verlaͤugnete ſich nicht. Frank⸗ reich gab dem alten, von Felnden bedraͤngten Koͤnig ſeine Juͤnglinge eben ſo willig, wenn auch nicht ſo freudig hin, als fruͤher dem jungen und ſieggekroͤn⸗ ten. Es war dem Koͤnig vollkommen gelungen, die Krone zum Drehpunkte aller oͤffentlichen Angelegen⸗ heiten zu machen und als Repraͤſentant von Frank⸗ reich ſeiner Perſon ganz die Bedeutung zu geben, die in andern Laͤndern nur der Nation ſelbſt zukommt.
Obgleich das franzoͤſiſche Koͤnigthum mit der Wuͤrde der Allgewalt ausgeſtattet war, ſo hatte es ſich doch noch anderer ſchuͤtzender Elemente verſichert, die auf die Gemuͤther den maͤchtigſten Einfluß ha⸗ ben: die Kirche und die Literatur mußten ihm die⸗ nen. Die Kirche, die in Frankreich von dem Mo⸗ narchen mehr, und von dem Pabſte weniger abhaͤngt, als es in andern katholiſchen Laͤndern der Fall iſt, bewaffnete die Krone mit allen den geheimnisvollen


