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auswaͤrtigen Verhaͤltniſſen ſich auf eine Art benahm,
die eine Stoͤrung des europaͤiſchen Friedens von ſei⸗ ner Seite beſorgen ließ. Die philoſophiſchen Ma⸗ rime, zu denen er ſich laut bekannte, hielten ihn nicht ab, insbeſondere gegen die Niederlande die ſelbſtſuͤch⸗ tigſte Politik zu befolgen, und zwar ſowohl durch die Eroͤffnung der Schelde, als durch die Schleifung der Barriereplaͤtze, die den Niederlanden zum Schutze ge⸗ gen Frankreich dienen ſollten. Durch den erſten Schritt gewann der Kaiſer nichts als die elende Summe, fuͤr die er ſeine Anſpruͤche verkaufte, und den Vorwurf des Undanks fuͤr die Dienſte, welche die vereinigten Provinzen ſeinen Vorfahren geleiſtet hatten; die Schleifung jener Feſtungen aber ſollte
bald, ſowohl fuͤr Oeſterreich, als fuͤr den ganzen eu⸗
ropaͤiſchen Kontinent, die ſchlimmſten Folgen haben.
In anderer Hinſicht waren die von Joſeph ver⸗ ſuchten Reformen gewiſſermaaßen geeignet, die Ge⸗ muͤther auf kuͤnftige, weit kuͤhnere und gewaltſamere Neuerungen vorzubereiten.
Die Aufhebung der Moͤnchsorden und die Ver⸗ wendung ihres Einkommens zu allgemeinen Staats⸗ zwecken mochte eiwa den Proteſtanten gefallen; allein aus dem Standpunkte der Moral betrachtet, erſcheint eine ſolche Einziehung des Eigenthums, es mag nun Privatperſoneu oder Koͤrperſchaften angehoͤren, als eine Verletzung der heiligſten Rechte, als ein Raub, der ſich durch keine Berufung auf dringende


