Teil eines Werkes 
25. Band, Leben von Napoleon Buonaparte, Kaiser von Frankreich : mit einer Übersicht der französischen Revolution : 1. Theil (1827) The life of Napoleon Buonaparte, emperor of the French
Entstehung
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mators und Eroberers ſpielen. Ein ſchoͤnes Talent und der redlichſte Wille, ſein Volk zu begluͤcken, laͤßt ſich dieſem Fuͤrſten nicht abſprechen. Es geſchieht aber oft genug, daß talentvolle und ſelbſt tugendhafte Fuͤrſten, wenn ſie auf Zeit und Umſtaͤnde nicht Ruͤck⸗ ſicht nehmen, ſich eine ungluͤckliche Regierung berei⸗ ten. Solche Herrſcher ſchlagen gewoͤhnlich ihre Faͤ⸗ higkeiten zu hoch an, und ziehen, wenn ſie anders nicht in der ſtrengen Schule der Widerwaͤrtigkeiten gebildet ſind, Guͤnſtlinge, die jede Maxime ihres Herrn gutheißen und nachbeten, ſelbſtſtaͤndigen und erfahrnen Rathgebern vor, durch welche ſo mancher Mißgriff wieder gut gemacht wuͤrde.

So kam es denn, daß Joſeph II., deſſen perſoͤn⸗ liches Verdienſt anerkannt wurde, deſſen Talenten man Gerechtigkeit wiederfahren ließ, deſſen guten Willen Niemand in Zweifel zog, dennoch in der Pe⸗ riode, von der hier die Rede iſt, mehr Mißvergnuͤ⸗ gen und Beſorgniſſe unter ſeinen Unterthanen er⸗ regt hat, als wenn er ſich begnuͤgt haͤtte, nach der Weiſe anderer Fuͤrſten, durch einen Miniſter zu re⸗ gieren und in den Formen und Vergnuͤgungen des Hofes ſeine Tage ruhig zu verleben. Der Kaiſer hatte das Ungluͤck, durch manche, vielleicht nicht ge⸗ hoͤrig uͤberlegte oder doch mit zu weniger Schonung ins Werk geſetzte Reformen das Volk, deſſen Schick⸗ ſal er verbeſſern wollte, zu den furchtbarſten Bewe⸗ gungen aufzureizen, waͤhrend er zugleich in ſeinen