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waͤhrend Preußen, mit dem Schwerdte in der Hand,
mit dem Kriege auf den Lippen, bei dem geringſten Erbleichen von Napoleon's Stern bereit war, das Wort auszuſprechen und zu gleicher Zeit zuzuſchlagen.
Napoleon erkannte ganz die Gefahr, die ihm drohte; er ſah ein, daß der Feldzug, den er mit den ſchoͤnſten N Mandͤvers, deren die Geſchichte gedenkt, er⸗ öffnet hatte, ohne weiteren Aufſchub durch einen gro⸗
hen und entſcheidenden Sieg uͤber einen neuen und
furchtbaren Feind gekroͤnt werden muͤſſe. Er ver⸗ ſaͤumte daher nichts, was zu einem ſolchen fuͤhren konnte. Es kam vor Alles darauf an, die Alliirten ſogleich zu einer Schlacht zu bringen; denn mitten in dem Herzen eines feindlichen Landes, wo der Aufſtand immer weiter um ſich griff, mußte er eine Schlacht eben ſo ſehr wuͤnſchen, als ſeine Gegner Grund hat⸗ ten, dieſelbe noch zu verſchieben.
Die Oeſterreicher verſuchten zu unterhandeln, und wurhen hierin von dem preußiſchen Miniſter Haug⸗ witz unterſtuͤtzt, der in dem franzoͤſiſchen Lager erſchien, um die Vermittlung ſeines Herrn anzubieten, und, falls dieſe abgelehnt wurde, mit einer Kriegserklaͤrung zu drohen. Es war von der hoͤchſten Wichtigkeit, mit Preußen zu temporiſiren, und der franzoͤſiſche Kaiſer fand an Haugwitz ein williges Werkzeug.„Die fran⸗ zoͤſiſchen und oͤſterreichiſchen Porpoſten,““ ſagte Napo⸗ lenn,„ſind. bereits handgemein; es iſt dieß eine Ein⸗ leitung zu der Schlacht/ die i0 zu hieieen im Begriff


