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48. Band, Leben von Napoleon Buonaparte, Kaiser von Frankreich : mit einer Übersicht der französischen Revolution : 14. Theil (1827) The life of Napoleon Buonaparte, emperor of the French
Entstehung
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Da er aber einen großen Theil ſeiner Truppen in Italien gelaſſen, ſo war er den oͤſterreichiſchen Prinzen zur Zeit noch nicht furchtbar die nun darauf dachten, gegen die große franzoͤſiſche Armee vorzurucken, welche durch die Kuͤhnheit ihres Fuͤhrers in eine Lage gebracht worden war, die fuͤr andere, als die von ihrem Kai⸗ ſer befehligten franzoͤſiſchen Truppen, hoͤchſt bedenklich geweſen waͤre. 8

Es laͤßt ſich in der That nichts Meiſterhafteres denken, als die Reihe jener großen Manoͤvers, mit denen der Feldzug begonnen hatte, und wodurch Ulm, und endlich Wien mit ſo geringem Verluſte genom⸗ men worden waren. Eben ſo tief waren die Combi⸗ nationen gedacht, durch welche Napoleon das Vorarl⸗ berg, das Tyrol, das noͤrdliche Italien vom Feinde gereinigt hatte und wodurch er jetzt faſt alle Diviſio⸗ nen ſeiner Armee gegen die vereinigten Streitkraͤfte der Ruſſen und Oeſterreicher verwenden konnte. Einige kriegskuͤnſtleriſche Schriftſteller ſind indeſſen doch der Meinung, er habe zu viel auf's Spiel geſetzt, als er uͤber die Donau ging und in das Herz von Maͤhren vordrang, wo eine Niederlage, oder auch nur eine Schlappe, ihm höͤchſt verderblich haͤtte werden muͤſſen. Die Stellung der Erzherzoge Karl und Johann, die

ſo ſchnell bewerkſtelligte Organiſation der ungariſchen

Inſurgenten, und ein aͤhnliches Aufgebot, durch den Erzherzog Ferdinand in Boͤhmen bewirkt, drohten dem Ruͤcken der franzoͤſiſchen Armee große Gefahr,

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