126 Baiern beſtehenden Armee, die auf Wegen, die man unzugaͤnglich gehalten, in das Tyrol gedrungen war, die Feſtungen Schwatz, Neuſtadt, und ſelbſt Insbruck genommen, und die Armee des Erzherzogs in die ge⸗ faͤhrlichſte Lage gebracht hatte. Zurolge eines ſeiner hohen Geburt wuͤrdigen Entſchluſſes wollte der oͤſter⸗ reichiſche Prinz ſich, es koſte was es wolle, mit ſeinem Bruder vereinigen; und er wußte dieß, ſo ſehr er auch gedraͤngt wurde, auch wirklich auszufuͤhren. Zwei be⸗ deutende oͤſterreichiſche Korps, welche durch dieſe Be⸗ wegungen der zwei Prinzen iſolirt wurden, mußten ſich ergeben. Wir meinen die Diviſton von Jellachich im Vorarlberg und die Diviſion des Prinzen Rohan in der Lombardei. Das ganze noͤrdliche Italien mit dem Tyrol und allein ſeinen Paͤſſen kam in den un⸗ beſtrittenen, nicht geſtoͤrten Beſitz der Franzoſen.
Die Armee der koͤniglichen Bruͤder war indeſſen durch ihre Vereinigung furchtbar geworden, und erhielt taͤglich neuen Zuwachs. Sie ſtand in Verbindung mit Ungarn, deſſen tapfere und kriegeriſche Bewohner ins⸗ geſammt zu den Waffen griffen. Sie erhielt auch ſtarken Zulauf aus Kroatien, dem Tyrol und allen jenen wilden Gebirgslaͤndern, aus denen Oeſterreich ſtets die beſten leichten Truppen gezogen hatte.
Der Umſtand, daß Maſſena ſeinerſeits ſich mit der franzoͤſiſchen Armee in Deutſchland uͤber Klagen⸗ furth, der Hauptſtadt von Kaͤrnthen, in Verbindung geſetzt hatte, ſchien dieſen Vortheil wieder aufzuwiegen.


