90⁰ Pius VII. bereits ein Mißverſtaͤndniß eingeſtellt. Wie dem nun ſey, man begnugte ſich, den Akt durch den Erzbiſchof von Mailand verrichten zu laſſen; er war es, der die beruͤhmte eiſerne Krone, die einſt die Stirne der alten Lombardenkönige geſchmuͤckt ha⸗ ben ſoll, einſegnete. Buonaparte ſetzte ſich, wie bei der Ceremonie in Paris, das alte Emblem mit eige⸗ nen Haͤnden auf das Haupt, indem er laut den ſtol⸗ zen Spruch ihrer ehemaligen Traͤger wiederholte: Dieu me l'a donné, gare à qui la touche*).
Das neue Koͤnigreich ward in allen Stuͤcken dem franzoͤſiſchen Kaiſerreiche nachgebildet. Ein Ritteror⸗ den„von der eiſernen Krone“ wurde nach derſelben Idee wie die Ehrenlegion geſtiftet, eine anſehnliche franzoͤſtſche Armee in italieniſchen Sold genommen, und Eugen Beauharnois, der Sohn Joſephinens aus ih⸗ rer erſten Ehe, der das Vertrauen ſeines Stiefvaters genoß und verdiente, zum Vicekoͤnig ernannt, um in dieſer Eigenſchaft die Wuͤrde Napoleon's zu ver⸗ treten. ans
Napoleon verließ Italien nicht, ohne ſein Reich noch weiter auszudehnen. Genua, einſt ſo ſtolz und ſo maͤchtig, begab ſich ſeiner Unabhaͤngigkeit, und ſein Doge legte bei dem Kaiſer die Bitte nieder, daß die ligu⸗ riſche Republik kuͤnftig als ein Theil des franzoͤſtzchen Reiches betrachtet werden moͤchte. Buonsparte hatte erſt
*) Sott hat ſie mir gegeben: webe dem, der ſie antaſtet.


