89 Unterthanen geſtatten wuͤrde, die Krone auf ein juͤngeres Haupt zu ſetzen, das, von ſeinem Geiſte beſeelt, „ſtets bereit ſeyn werde, ſein Leben fuͤr das Volk auf⸗ zuopfern, uͤber das es durch die Fuͤgung der Vorſe⸗ hung, durch die Verfaſſung des Landes und den
Willen Napoleons zu regieren berufen ſey.“— In⸗
dem Buonaparte dem franzöſiſchen Senat dieſe neue Erwerbung ankuͤndigte, bediente er ſich dabei eines Ausdrucks, der ſo außerordentlich kuͤhn war, als der Entwurf einer ſeiner gewagteſten Feldzuͤge.—„Die Macht und die Majeſtaͤt des franzoͤſiſchen Reiches,“ ſagte er,„werden noch durch die Maͤßigung ſeiner politiſchen Verhandlungen uͤbertroffen.“—
Am erſten April reiste Napoleon mit ſeiner Ge⸗ mahlin ab, um ſich zum Koͤnige von Italien keoͤnen zu laſſen. Die Ceremonie glich faſt in allen Punkten derjenigen, durch die er zum Kaiſer geweiht worden war. Der Pabſt wurde inzwiſchen nicht dazu einge⸗ laden, wiewohl er auf ſeiner Ruͤckkehr nach Rom es kaum haͤtte verweigern koͤnnen, wenn er von Buona⸗ parte erſucht worden waͤre, zu dieſem Behuf den Weg uͤber Maiiand einzuſchlagen. Vieveicht hielt man es fuͤr zu hart, die Weihung eines Koͤnigs von
Italieu, deſſen Titel ſchon die Moͤglichkeit in ſich
ſchloß, ſein Gebiet moͤchte ſich ſogar einſt auf das Erbtheil des heiligen Petrus erſtrecken, dem Pabſte an⸗ zuſinnen. Vielleicht— und dieß iſt wohl das Wahr⸗ ſcheinlichte— hatte ſich zwiſchen Napoleon und


