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„Ums Himmels willen, mein Lehensherr,“ ſagte de Vaux,„nicht ſo ungeſtümm— man wird euch drauſ⸗ ſen hoͤren, wo ſolche Neden unter den gemeinen Sol⸗ daten nur zu ſehr ſchon im Umlauſe ſind, und Zwie⸗ tracht und Streit unter dem chriſtlichen Heere erzeugen. Bedenkt, das Eure Krankheit das Haupttriebwerk ih⸗ rer Unternehmung laͤhmt: eher wird eine Steinſchleuder ohne Schraube und Hebel Dienſte thun, als das chriſt⸗ liche Heer ohne Koͤnig Richard etwas ausrichten.“
„Du ſchmeichelſt mir, de Vaux,“ ſagte Richard; und nicht ganz unempfindlich gegen die Macht des Lo⸗ bes, legte er den Kopf auf das Kiſſen zuruͤck, und zeigte
einen feſtern Entſchluß auszuruhen, als bisher. Allein Thomas de Vaux war kein Hofmann; der Ausdruck war ihm ungeſucht in den Mund gekommen, und er wußte nun nicht, wie er das gefaͤllige Thema weiter ausſpin⸗ nen ſollte, um die Stimmung, die er erregt hatte, zu verlaͤngern. Er ſchwieg daher, bis der Koͤnig wieder in ſeine duͤſtern Vetrachtungen zuruͤckſank, und ihn in heftigem Tone fragte:
„Fuͤrwahr, das ſind ſchoͤne Worte, um einen Kran⸗ ken zu beruhigen, allein verliert ein Monarchenbund, eine Verſammlung von Edeln, ein Verein der ganzen europaͤiſchen Ritterſchaft alle Kraft und Thaͤtigkeit mit der Krankheit eines Einzigen, mag dieſer auch der Kö⸗ nig von England ſeyn? Warum ſollte Richards Krank⸗ heit, oder Richards Tod die Thatkraft von 50,000 Mann laͤhmen, die ſo tapfer find, als er ſelbſt? Wenn der
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