Teil eines Werkes 
6. Band, Erzählungen von den Kreuzfahrern : 2. Erzählung, Der Talisman : 1. Theil (1826) Tales of the Crusaders. The Talisman
Entstehung
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Du biſt ein falſcher Verraͤther! ſagte der empoͤrte Monarch, als er, athemlos und erſchoͤpft, ſich gezwun⸗ gen ſah, einer groͤßern Macht zu weichen, und ruhig auf ſein Lager niederzuliegen.Ich wollte, ich waͤre ich wollte, ich waͤre ſtark genus, um Dir mit mei⸗

ner Streitart die Hirnſchaale zu zerſchmettern.

Ich wuͤnſchte, Ihr haͤttet die Kraft, mein Lehns⸗ herr, ſagte de Vaux, und ich wollte mich ſodann ſelbſt der Gefahr ausſetzen, ſie ſo angewendet zu ſehen. Hoͤchſt vortheilhaft wuͤrde es fuͤr die Chriſtenheit ſeyn, wenn Thomas Multon todt und Richard Lowenherz wieder er ſelbſt waͤre!

Mein ehrlicher, treuer Diener! rief Richard aus, ſeine Hand ausſtreckend, die Richavd ehrfurchtsvoll kußte, Verzeihe Deinem Herrn ſeine Heftigkeit, das bren⸗ nende Fieber iſt es, das Dich ſchilt, nicht aber Dein guͤtiger Herr, Richard von England. Aber gehe, ich bitte Dich, und benachrichtige mich, was fuͤr Fremde in dem Lager ſind. Denn jene Toͤne gehoͤren nicht der Chriſtenheit an.

De Vaux verließ, den erhaltenen Auftrag zu er⸗ füllen, das Zelt, und waͤhrend ſeiner Abweſenheit, die ſeiner Abſicht nach nur von kurzer Dauer ſeyn ſollte, be⸗ fahl er den Pagen und Dienern des Kammerherrn, ihre Aufmerkſamkeit auf ihren Gebieter zu verdoppeln und drohte ihnen, ſie zur Verantwortung zu ziehen, was ihre aͤngſtliche Furchtſamkeit bey der Erfullung ihrer Pflicht mehr vergroͤßerte, als verminderte; denn naͤchſt dem Zorne des Mongrchen fuͤrchteten ſie vielleicht den ſtrengen und unerbittlichen Lord von Gilsland am meiſten.

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