Teil eines Werkes 
6. Band, Erzählungen von den Kreuzfahrern : 2. Erzählung, Der Talisman : 1. Theil (1826) Tales of the Crusaders. The Talisman
Entstehung
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135 7 ſten zum Geſtaͤndniß ſeiner Thorheit bringen kann. Wahr iſt es, hielten ſie ſich nicht fuͤr faͤhig, meinen Herr⸗ ſcherſtab zu fuͤhren, ſo wuͤrde es ineine geringſte Sorge ſeyn, den Puppen, welche du mir nach der Reihe vor⸗ gefuͤhrt haſt, die ſeidenen Zierrathen abzureißen. Was eht es mich an, in was fuͤr feinen Flittergewaͤndern e einherſtolziren, wenn ſie nur nicht als Nebeubuhler in dem glorreichen Unternehmen, dem ich mich geweiht habe, genannt werden? Ja, de Vaux, ich bekenne meine Schwachheit und die Hartnaͤckigkeit meines Ehrgeizes. Das chriſtliche Lager enthaͤlt ohne Zweifel manchen beſ⸗ ſern Streiter als Richard von England, und es waͤre weiſe und lobenswerth, dem Beſten von ihnen den Oberbefehl uͤber das Heer anzuvertrauen.Aber, fuhr der kriegeriſche Monarch fort, ſich in ſeinem Bette erhebend, und die Decke von ſeinem Kopfe ſchuͤttelnd, waͤhrend ſeine Augen funkelten, wie am Vorabende ei⸗ ner Schlacht,wuͤrde ein ſolcher Ritter das Banner des Kreuzes auf dem Tempel von Jeruſalem aufpflan⸗ zen, waͤhrend ich nicht im Stande waͤre, das Meinige zu dem edlen Werke beyzutragen, ſo wuͤrde ich ihn, ſo⸗ bald ich meine Lanze einlegen koͤnnte, zum Kampfe auf Leben und Tod fordern, deßwegen, weil er meinen Ruhm geſchmaͤlert haͤtte, und meinem Vorhaben zu⸗ vorgekommen waͤre. Allein horch! was ſind das fuͤr Trompeten, die in der Naͤhe ſchmettern? Die des Königs Philipp, wie ich vermuthe, mein Lehensherr, autwortete der handfeſte Englaͤnder. Du biſt dickohrig, Thomas, ſagte der Koͤnig, indem er aufzuſpringen verſüchte,hoͤrſt du das Geraſ⸗ ſel nicht? Beym Himmel, die Tuͤrken ſind im Lager. 77

Ich hoͤre ihr Kriegsgeſchrey!

Wiederum verſuchte er, aus dem Bette zu entkom⸗ men, und de Vaux ſah ſich genothigt, ſeiner ganzen großen Kraft aufzubieten, und auch noch die Huͤlfe der Kammerdiener, die ſich im innern Zelte befanden, in Anſpruch zu nehmen, um ihn zuruͤck zu halten.