115 dem, der ſich fuͤr den geehrteſten und gluͤcklichſten un⸗ ter dem Menſchengeſchlechte halten ſollte, von dieſem Orte entfernen. Nimm das Licht, und fuͤhre mich hinab; denn ich mag meine Augen nicht enthuͤllen, bevor ich ferne von dieſer heiligen Staͤtte bin.“
Der ſchottiſche Ritter gehorchte ſchweigend; denn ein feierliches, und ſelbſt bis zur Verzuͤckung geſtet⸗ gertes Gefuͤhl des ſo eben Geſehenen hatte ſelhſt die⸗ ſtarken Regungen der Neugierde eingeſchlaäfert. Er fuͤhrte den Einſiedler mit großer Sorgfalt durch die verſchledenen geheimen Gaͤnge und Treppen, auf denen ſie hinaufgekommen waren, bis ſie ſich endlich in der aͤuſſern Zelle der Einſiedelei befanben.
„Der verdammte Verbrecher iſt ſeinem Kerker wiedergegeben, und erhaͤlt von einem elenden Tage zum andern Aufſchub, bis der furchtbare Richter end⸗ lich den wohlverdienten Ausſpruch vollziehen laſſen wird.“ 3
Mit dieſen Worten legte er den Schleier, der. ſeine Augen verhuͤllte, hinweg, und blickte ihn mit ei⸗ nem erſtickten und hohlen Senßzer an. Kaum hatte er ihn wieder an den Ort zuruͤckgelegt, woher ihn der Schotte hatte bringen muͤſſen, ſo rief er ſeinem Ge⸗ fährten haſtig und ernſt zu:—„Geht, geht,— zur Ruhe, zur Ruhe. Ihr werdet ſchlafen wollen;— Ihr koͤnnt ſchlafen;— ich mag und kann nicht.“
Die tiefe Bewegung, womit dieß geſprochen wurde,
achtend, zog ſich der Ritter nach der Vnner n Zelle zu⸗ „


