114 ihren Manieren nicht zweifeln, daß ſie zu der herab⸗ gewuͤrdigten Klaſſe von Weſen geboͤrten, welche Haͤß⸗ lichfeit der Geſtalt und Schwaͤche des Verſtandes in die ſchmerzliche Lage brachten, zum Haushalte gro⸗ ßer Familien zu gehoͤren, denen ihre Figur und ihre Schwaͤche Stoff zur Beluſtigung gaben. In keiner Hinſicht uͤber den Ideen und Sitten ſeiner Zeit ſte⸗ hend, wuͤrde der ſchottiſche Ritter durch den Aufzug dieſer armſeligen Bilder der Menſchheit zu einer andern Zeit nicht wenig ergoͤtzt worden ſeyn, allein jetzt unter⸗ brach ihre Erſcheinung, ihre Gebaͤrdung und Sprache die tiefen und feierlichen Gefuͤhle, die ſeine Bruſt erfuͤll⸗ ten, und er freute ſich daher uͤler ihr Verſchwinden.
Wenige Minuten nach ihrer Entfernung oͤfnete ſich die Thuͤre, durch welche er hereingekommen war, langſam, und zeigte, da ſie halb offen blieb, ein ſchwaches Licht, das von einer, auf die Schwelle ge⸗ ſtellten, Laterne herkam. Ihr zweifelhafter und mat⸗ ter Schein ließ den Ritter eine dunkle, neben dem Eingange, doch noch außerhalb des Gemachs, hinge⸗ lehnte Geſtalt entdecken, in der er bei groͤßerer An⸗ naͤherung den Einſiedler erkannte, der in derſelben demuͤthigen Stellung dalag, die er anfangs angenom⸗ men, und ohne Zweifel die ganze Zeit uͤber, in der ſich ſein Gaſt in der Kapelle befand, beibehalten hatte.
„Alles iſt vorbei,“ ſagte der Einſiedler, als er den Ritter auf ſich zukommen hoͤrte,—„und der Mendene unter den ärdiſchen Suͤndern muß ſich, mit


