Teil eines Werkes 
6. Band, Erzählungen von den Kreuzfahrern : 2. Erzählung, Der Talisman : 1. Theil (1826) Tales of the Crusaders. The Talisman
Entstehung
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die Graͤnzen, die ihm der Stab eines maͤchtigen Zau⸗ berers vorgezeichnet hat, uͤberſchreiten darf. Unwill⸗ kuͤhrlich draͤngte ſich ihr der Gedanke auf, ſie ſelbſt, waͤre es auch nur mit der Spitze ihres ſchoͤnen Fußes, muͤſſe ſich uͤber die vorgeſchriebene Graͤnze wagen, wenn ſie je einem ſo zuruͤckhaltenden und ſchuͤchternen Liebhaber die gewuͤnſchte Gunſt erweiſen, und ſihm auch nur die Gelegenheit zum bloßen Kuͤſfen ihrer Schuhriemen geben wolle. Es gab ein Beyſpiel, nehmlich das bekannte der Königstochter von Ungarn, die den Ritter von niederem Nange ſo edelmuͤthig auf⸗ munterte, und Edith, obſchon aus koͤniglichem Blute entſproſſen, war keine Koͤnigstochter, eben ſo wenig als ihr Liebhaber von niederem Stande war. Das Schich⸗ ſal hatte ihrer Liebe keine ſo großen Hinderniſſe ent⸗ gegengeſtellt. Etwas jedoch, in des Maͤdchens Her⸗ zen jener beſcheidene Stolz, der ſelbſt der Liebe Feſſeln anlegt, verbot ihr, ihrer hoͤhern Stellung un⸗ geachtet, dieſen erſten Schritt zu thun, den das Zart⸗ gefuͤhl in jedem Falle von dem maͤnnlichen Liebhaber fordert; vor allem aber war Sir Kenneth ein ſo edler und trefflicher Ritter, und, wie ihr wenigſtens ihre Einbildungskraft ſagte, ſo vollkommen mit dem ſtreng⸗ ſten Gefuͤhle deſſen ausgeſtattet, was ihm und was ihr gebuͤhrte, daß ſo eingeſchraͤnkt auch ihre Stellung ſeyn mochte, waͤhrend ſie ſeine Anbetungen gleich dem Ebenbilde einer Gottheit empfing, von dem man we⸗

der Gefuͤhl, noch eine Erwiederung der ihm darge⸗