. 1⁰6 3 brachten Huldigung erwartet, das Jdol doch befuͤrch⸗ tete, es moͤchte ſich durch ein zu fruͤhes Herabtreten von dem Piedeſtal in den Augen ſeines Anbeters herabwuͤrdigen. Doch der andaͤchtige Verehrer eines wirklichen Idols kann ſelbſt in den ſtarren und un⸗ beweglichen Geſichtszuͤgen einer marmornen Statue Zeichen der Billigung entdecken, und es iſt daher kein Wunder, daß etwas, das eben ſo guͤnſtig aus⸗ gelegt werden konnte, aus dem hellen Auge der lie⸗ benswuͤrdigen Edith ſchimmerte, deren Schoͤnheit mehr in jener Macht des Ausdrucks, als in einer vollkom⸗ maenen Regelmaͤßigkeit der Umriſſe, oder dem Glanze der Geſichtsfarbe, beſtand. Einige unbedeutende Merk⸗ male von Auszeichnung waren ihr trotz ihrer eifer⸗ ſuͤchtigen Wachſamkeit entſchluͤpft; denn wie haͤtte un⸗ ſer Kenneth ſonſt ſo ſchnell und ſicher die liebenswuͤr⸗ dige Hand, von der kaum zwei Finger ſichtbar gewor⸗ den waren, wieder erkennen koͤnnen? oder wie koͤnnte er ſo feſt uͤberzengt geblieben ſeyn, daß zwei auf eine und dieſelbe Stelle nach einander niedergeworfene Blumen eine Wiedererkennung von Seiten ſeiner Ge⸗ liebten bezwecken ſollten? Durch welche Art der Be⸗ obachtung— durch welche geheime Zeichen, Blicke oder Geberden— durch welche inſtinktmaͤßige Frei⸗ maurerei der Liebe dieſer Grad von Einverſtaͤndniß zwiſchen Edith und ihrem Liebhaber ſich anknuͤpfte, koͤnnen wir nicht beſtimmen; denn wir ſind alt, und ſolche feine Spuren von Zuneigung werden zwar von
Teil eines Werkes
6. Band, Erzählungen von den Kreuzfahrern : 2. Erzählung, Der Talisman : 1. Theil (1826) Tales of the Crusaders. The Talisman
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