Teil eines Werkes 
6. Band, Erzählungen von den Kreuzfahrern : 2. Erzählung, Der Talisman : 1. Theil (1826) Tales of the Crusaders. The Talisman
Entstehung
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„Nun, bei der heiligen Caaba*)“ ſagte der Emir,„du biſt ein Wahnſinniger, der ſeine eiſernen Ketten kuͤßt, als ob ſie von Gold waͤren. Sieh nur naͤher her; dieſer Ring wuͤrde die Haͤlfte ſeiner Schoͤn⸗ heit verlieren, waͤre das Inſiegel nicht von dieſen ge⸗ ringern Brillianten eingefaßt, die es zieren und her⸗ vorheben. Der Diamant in der Mitte iſt der Mann, feſt und ganz, indem ſein Werth nur auf ihm ſelbſt beruht; und dieſer Kreis von geringern Juwelen ſind Weiber, die ihren Glanz von ihm borgen, und denen er ihn ertheilt, wie er es ſeinem Vergnuͤgen oder ſei⸗ ner Bequemlichkeit am angemeſſenſten findet. Nimm den mittleren Stein von dem Ringe weg, und der Diamant bleibt ſo ſchaͤtzbar wie immer, waͤhrend die geringern Edelſteine vergleichungsweiſe wenig Werth haben. Dieß iſt der wahre Sinn deiner Parabel. Denn der Dichter Manſour ſagt:„Die Gunſt des Mannes iſt es, die dem Weibe Schoͤnheit und An⸗ muth verleiht; wie der Strom nicht mehr glaͤnzt, wenn die Sonne zu ſcheinen aufhoͤrt.“

„Saracene,“ erwiederte der Kreuzfahrer,„du ſprichſt wie einer, der nie ein Weib ſah, das die Lie⸗ be eines Soldaten verdiente. Glaube mir, köonnteſt du die Frauen Europa's ſehen, denen wir vom Rit⸗ terorden, naͤchſt Gott, Treue und Ergebenheit gelo⸗ ben, du wuͤrdeſt auf immer einen Eckel gegen die arm⸗

*) Mahomeds Geburtshaus. 3 0