„Nun bei Seinem Namen 7 gegen den ich im Himmel die meiſte Ehrfurcht hege,“ ſagte der Chriſt, „und bei Ihrem, die ich auf Erden am meiſten ver⸗ ehre, du biſt bloß ein verblindeter und verwildeter Unglaͤubiger. Dieſen Ning von Diamanten, den du an deinem Finger traͤgſt, haͤltſt du gewiß fuͤr un⸗ ſchaͤtzbar an Werth?“
„Balſora und Bagdad koͤnnen nichts aufweiſen, das ihm gleich kaͤme“ erwiederte der Saracene,„al⸗ lein was bedeutet das hier?“—
„Sehr viel“ erwiederte der Franke,„wie du ſelbſt bekennen wirſt. Nimm meine Streitart, und zerſpalte den Stein in zwanzig Splittern;— Wuͤrde wohl jedes Bruchſtuͤck ſo viel werth ſeyn, als der ur⸗ ſpruͤngliche Edelſtein, oder wuͤrden ſie alle zuſammen den zehenten Theil ſeines Werthes haben.“
„Das iſt eine Kinderfrage“ antwortete der Sa⸗ racene;„die Bruchſtucke eines ſolchen Steines wuͤr⸗ den dem ganzen Kleinode in dem Grade von hundert gegen eins gleich kommen.“
„Saracene“ erwiederte der chriſtliche Krieger, „die Liebe, welche einen aͤchten Ritter an eine einzi⸗ ge und treue Schoͤne bindet, iſt der ganze Edelſtein; die Liebe, welche du an deine ſklaviſchen Weiber und halbverheuratheten Sclavinnen vergeudeſt, iſt ohne Werth, gleich den funkelnden Splittern des Edel⸗ ſteins.“ 4


