31
Quell, in deſſen Naͤhe ſie ausruhten, vollendete ſeine Mahlzeit. Die Koſt des Chriſten war zwar grob, al⸗ lein ſtaͤrkender und kraͤftiger. Getrocknetes Schweine. fleiſch, der Graͤuel der Muſelmannen, bildete den Haupt⸗ theil ſeines Mahles, und ſein Getraͤnk floß aus einer ledernen Flaſche, die etwas Beſſeres, als bloß reines Waſſer enthielt. Er aß mit groͤßerem Appetit, und trank mit groͤßerem Behagen, als der Saracene bei ei⸗ ner bloß leiblichen Verrichtung fuͤr ſchicklich hielt, und ohne Zweifel wurde die geheime Verachtung, die je⸗ der gegen den andern, als gegen den Anhaͤnger einer falſchen Religion, hegte, durch die hervorſtechende Ver⸗ ſchiedenheit ihrer Koſt und ihrer Lebensart erhoͤht. Al⸗ lein jeder hatte den ſchweren Arm ſeines Gegners ge⸗ fuͤhlt, und die wechſelſeitige Achtung, die ihnen der harte Kampf eingefloͤßt hatte, war hinreichend, dieſe und andere unbedeutendere Vetrachtungen zu unter druͤcken. Doch konnte der Saracene nicht umhin, die Punkte, die ihm in dem Benehmen des Chriſten mißfielen, dieſem mitzutheilen, und nachdem er eine Zeitlang ſchweigeud den ſtarken Appetit beobachtet hatte, der die Mahlzeit des Ritters weit uͤber die Dauer ſeiner eigenen verlaͤngerte, redete er ihn folgenderma⸗ ßen an:.
„Tapferer Nazarener, iſt es wohl ſchicklich, daß ei⸗ ner, der wie ein Mann fechten kann, wie ein Hund oder Wolf ißt? Selbſt ein unglaͤubiger Jude wuͤrde vor der Nahrung zuruͤckſchaudern, die Ihr verzehrt


