Teil eines Werkes 
6. Band, Erzählungen von den Kreuzfahrern : 2. Erzählung, Der Talisman : 1. Theil (1826) Tales of the Crusaders. The Talisman
Entstehung
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ſich Leute von hitzigem und choleriſchem Temperamente

oft als Schutzwache gegen ihre natuͤrliche Heftigkeit auferlegen, und zu gleicher Zeit ein Gefuͤhl ſeiner Wuͤr⸗ de, die ihm eine gewiſſe Foͤrmlichkeit des Betragens zu gebieten ſchien.

Dieſes ſtolze Gefuͤhl der Ueberlegenheit wohnte auch in der Bruſt ſeines neuen europaͤiſchen Bekann⸗ ten; allein die Wirkung war verſchieden, und daſſelbe Gefuͤhl, das dem chriſtlichen Ritter ein kuͤhnes, drei⸗ ſtes und etwas ſorgloſes Betragen vorſchrieb, da er ſich ſeiner Wichtigkeit zu ſehr bewußt war, als daß er ſich um die Meinungen Anderer ſehr bekuͤmmert haͤtte, ſchien dem Saracenen eine mehr ſtudirte und feyerli⸗ che Hoͤflichkeit zu gebieten. Beyde waren hoͤflich, al⸗ lein die Hoͤflichkeit des Chriſten ſchien ihre Quelle mehr in einem gutmuͤthigen Gefuͤhle deſſen zu haben, was Anderen gebuͤhrt, die des Muſelmanns aber in einem bohen Gefuͤhle deſſen, was von ihm ſelbſt erwartet werben konnte. 4

Der Mundvorrath, welchen ein jeder zu ſeiner Erfriſchung bei ſich hatte, war einfach; das Mahl des Saracenen aber in einem hohen Grade maͤßig. Eine Handvoll Datteln und ein Stuͤch grobes Gerſtenbrod reichte hin, um ſeinen Hunger zu ſtillen, da ihn ſeine Erziehung an die Koſt der Wuͤſte gewohnt hatte, ob⸗ ſchon die einfache Lebensart der Araber nach ihren ſy⸗ riſchen Eroberungen haͤufig der ungezuͤgeltſten Schwei⸗ gerey Platz machte. Wenige Zuͤge aus dem lieblichen