Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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Aber meine Mutter flüſterte das Mädchen ſchüchtern.

Der Marquis achtete nicht darauf, ſondern fuhr fort:

Du erhältſt natürlich unſeren Namen Du gewinnſt unſeren Schutz, Du theilſt unſer Vermögen Du wirſt vor den Augen der Welt unſere Toch⸗ ter, der die Huldigung und die Ehre zu Füßen ge⸗ legt werden.

Und meine Mutter? fragte ſie wieder.

Glanz, Reichthum, ein guter Name, ein unge⸗ ſtörtes Wohlleben, die Liebe Deiner nächſten Verwand⸗ ten winken Dir auf dieſer Seite, während Caritas, ich muß Dein Zartgefühl verletzen, vergib es mir und rechne es auf die Umſtände, die mich zwingen. Deine Mutter kann Dir keinen Namen geben! Eine abhängige dunkle Stellung, Armuth oder wenigſtens nur Unterſtützung oypn der Gnade der Perſonen, die Dich nicht untergehen laſſen wollen, wartet Deiner! Ein Leben voll Entſagung, voll Ent⸗ behrung, voll Trauer und voll Nichtbeachtung.4

Aber doch wohl neben meiner Mutter, die mich liebt, oder lieben wird, die mich alle Schmerzen an ihrem Herzen ausweinen läßt, die mit mir trägt, was das Schickſal mir auferlegt, die mit mir trauert, mit