Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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Meine Mutter? fuhr Caritas heftig bewegt auf.Meine wirkliche, meine wahre Mutter? Wo

lebt ſie? Ich will zu ihr, Papa ich muß zu ihr

o ich habe ſo ſchmerzlich nach ihr verlangt. Iſt ſie in Paris? Darum ſoll ich in Paris wohnen?

Der Marquis hemmte mit einer heftigen Pan⸗ tomime ihre ihn überſtürzenden Fragen.

Eile Dich nicht ſo ſehr, das zu erfahren, mein gutes Kind. Es gibt Verhältniſſe, die ein Kind gegen ſeine Mutter abkühlen können.

Das käme doch nur darauf an, ob in dem Kinde ein Herz wäre fiel Caritas ſehr ſchnell ein.

Nicht das Herz allein beherrſcht uns ſagte der Marquis lakoniſch.Bedenke wohl, Caritas, was ich Dir jetzt ſage. Du haſt zu wählen. Vater⸗ und Mutterliebe von unſerer Seite ſind Dir gewiß, denn die Bande der nächſten Verwandtſchaft umſchlin⸗ gen uns. Dein Vater war mein Bruder!

Caritas hob reudig ihre Hände zum Himmel auf, unterbrach jedoch in der Begierde mehr zu hören nicht mit einer Silbe ſeine Rede.

Heilige Verpflichtungen von unſerer Seite und zärtliche Gefühle von der Deinigen würden bald un⸗ ſer Verhältniß ſo innig machen, wie ein Perband in der Familie gewöhnlich ſnattſindei 4 8