Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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Blick auf ihr ruhen ließ. Weiter kam ſie nicht, ein inneres Schluchzen unterdrückte ihre Stimme.

Geahnt habe ich es vom erſten Anblicke, daß Du es nicht ſeieſt. Aehnlichkeiten, wunderbar gemiſcht von zwei Perſonen, weckten meinen Argwohn. Ich glaubte zuerſt einer Intrigue zu begegnen jetzt weiß ich, daß nur Zufall regierte.

Caritas blickte, neu belebt, neu erweckt und neu beſeligt wieder hell und freudig auf.

Sie kennen meine Eltern, Herr Marquis, rief ſie mit ſo plötzlichem Uebergange vom Tone der Ver⸗ traulichkeit zu der konventionellen Benennung, daß ſich der Marquis davon betroffen fühlte, während der Legationsrath zufriedengeſtellt lächelte.

Caritas, Du thuſt mir weh, ſprach der Mar⸗ quis.Fühlſt Du ſo wenig Sympathie für mich, daß Du mit Freuden die Bande abſchüttelſt, die in den wenigen Tagen mein Herz mit dem Deinen ver⸗ knüpft haben?

Caritas ergriff ſeine Hand, eine ſo feine und weiße Hand, wie nur eine Dame ſie ſich wünſchen konnte, und legte ſchmeichelnd ihre Wange darauf. Zu antworten wagte ſie nicht.

Allerdings kenne ich Deine Eltern, fuhr er fort.Dein Vater iſt todt Deine Mutter lebt.