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„Mit einem Worte Sie ſind ihr Bevollmächtigter und Sie ſagen ja, nicht wahr?“
„Warum ſollte ich nein ſagen? Sie werden einander mit der Zeit glücklich machen— Sie ſind beide ſo gut. Jeder andere Mann als Sie würde ſie von meiner Seite reißen aber Sie ſind zu gerecht, zu gütig, um ſo etwas zu thun. Der Himmel wird Sie belohnen. Rein, ich will es thun. Ich will Ihnen Joſe⸗ phinen geben; ach, mein theurer Schwager, ich gebe Ihnen damit das Koſtbarſte, was ich auf der Welt habe.“
„Ich danke Ihnen. Alſo das wäre abgemacht. Hm, nein, noch nicht ganz. Ich vergaß, daß ich Ihnen etwas vor⸗ zuleſen habe— einen anonhmen Brief. Ich bekam ihn dieſen Morgen— es ſteht darin, Ihre Schweſter hätte einen Ge⸗ liebten— leſen Sie ſelbſt.“
Der Inhalt des Briefes war folgender: Ein Freund⸗ welcher die häufigen Beſuche des Commandanten in Beaure⸗ paire bemerkt hatte, ſchrieb ihm, um ihn vor Hinterliſt zuwar⸗ nen. Ohne Zweifel ſtünde dem neuen Beſitzer von Beaure⸗ paire die Wahl von beiden jungen Damen frei. Beide aber hätten bereits einen Geliebten, und obſchon dieſe Anbeter Be⸗ fehl hätten, ſich entfernt zu halten, bis der Commandant an⸗ gebiſſen hätte, ſo könne er doch überzeugt ſeyn, daß wenn er eine oder die andere von den jungen Damen heirathete, der Anbeter bald darauf zum Vorſchein kommen, vielleicht bei der Hochzeit zugegen ſeyn würde.
Es war mit einem Worte einer jener vergifteten Pfeile, die ein gemeiner rachſüchtiger Feigling abzuſchließen pflegt.
Es war der erſte anonyme Brief, den Laura jemals ge⸗ ſehen. Sie kam darüber von Sinnen. Raynal that es leid, daß er ihn ihr gezeigt.


