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Mathilde oder Ein gefallsüchtiges Weib : Novelle / von Marie Sophie Schwartz : aus dem Schwedischen von Otto, gen. Reventlow
Entstehung
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den Engel und gratulire Dir, falls Du in ihren Netzen Dich fangen läßt. Du wirſt, bei meiner Ehre, dann nicht ihre Milde preiſen.

Deine Rede athmet verletzte Eigenliebe, mein lieber Eldner, und das iſt der Grund, warum ſie nicht nach Dir fragt.

Glaubſt Du das? Es lag ein eigener Aus⸗ druck im Tone des Rittmeiſters, als er dieſe Worte ſagte. Ein bitteres und ſchmerzliches Lächeln ſchwebte auf ſeinen Lippen, und er fuhr mit der Hand über ſeinen hübſchen, dunkeln Bart.

Von glauben iſt hier nicht die Rede, ich bin deſſen gewiß. Mathilda blickt Dich ja kaum an, weicht Dir aus und macht ja übrigens kein Geheimniß aus ihrem Unwillen.

Laſſen wir ſie und mich, es iſt nicht der Mühe werth, von uns zu ſprechen. Aber wenn Du Deine Ruhe bewahren willſt, ſo weiche ihr aus; ſie gleicht einer Zauberſchlange. Als Freund halte ich es für meine Pflicht, Dich zu warnen.

Du liebſt ſie ſelbſt; ſiehe das iſt der Grund einer Fürſorge für meine Ruhe, rief der Graf etwas

Ich Mathilda lieben? Der Rittmeiſter fing an zu lachen. Aber, ſo ſage mir doch ihre Fehler.

Um die aufzuzählen, bedarf man eines ganzen Menſchenalters; einige will ich Dir aber hervorheben. Ich bitte Dich dann, mir den Gegendienſt zu thun, eine einzige gute Eigenſchaft bei ihr ausfindig zu ma⸗ chen. Ich würde dann wegen der ſchönen Entdeckung Dein Schuldner werden.

Dn biſt unerträglich; ich will Dich nicht anhö⸗