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ren.“ Der Graf nahm ſeine Mütze und verließ das Zimmer.
„Armer Junge, er iſt ein recht großer Thor,“ rief der Rittmeiſter und warf die Cigarre weg, und
fing murmelnd an ſich anzukleiden.
Einige Tage darauf war in der nahe liegenden Stadt ein Ball, der letzte in dem Jahre.— Alle No⸗ tabilitäten der Gegend wollten denſelben beſucheß.
In dem großen hübſchen Salon auf dem Rath⸗ hauſe verſammelten ſich bereits die Ballgäſte, und dort finden wir auch den Rittmeiſter und Graf Thoren⸗ hjelm. Sie ſtanden gleich innerhalb der Thüre und unterhielten ſich.
„Deine Couſine kommt ziemlich ſpät,“ äußerte der Graf mit bitterer Ungeduld.
„Das that ſie immer.— Ihr Auſtreten würde ſonſt nicht gehörig bemerkt werden,“ antwortete der Rittmeiſter, indem er durch die Lorgnette die verſam⸗ melten Damen betrachtete.
In demſelben Augenblick wurde die Flügelthüre aufgemacht und auf der Schwelle zeigte ſich eine blen⸗ dende Erſcheinung. Ein Frauenzimmer von fünfund⸗ zwanzig bis ſechsundzwanzig Jahren trat ein. Sie war ſchön und ihr ganzes Weſen verrieth jene reizende Liebenswürdigkeit, welche entzückt und bezaubert. Es lag etwas Warmes, Mildes und Unwiderſtehliches in dem ſammetweichen Glanz der braunen Augen, und um die Lippen ſpielte ein Lächeln von Güte und in⸗ nerer Befriedigung. Man meinte, daß kein unreiner
oder auch nur zweideutiger Gedanke innerhalb dieſer 3


