Teil eines Werkes 
2. Band (1866)
Entstehung
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men einen ſchnellen Fortgang, denn das Volk übertrug nun die ganze Angelegenheit dem Gutdünken des Imam. Doch hatten wir noch einige ſchlimme Tage zu beſtehen. Schamyl war wieder abweſend; wir wußten, daß man kämpfte, denn natürlich unterbrach unſere perſönliche An⸗ gelegenheit den Gang der kriegeriſchen Ereigniſſe nicht. Das Gefecht näherte ſich Dargo⸗Weden ſo ſehr, daß wir deutlich den Donner der Kanonen hören konnten. Auch belehrten uns einige Worte Chuanete's, daß Scha⸗ myl bereits Vorkehrungen für den Fall eines ungünſti⸗ gen Ausgangs des Kampfes getroffen habe. Seine Frauen, Kinder und die Dienerſchaft ſollten dann nach einem⸗ noch mehr entlegenen und geſicherten Ort gebracht wer den. Zaldete zeigte auch bei dieſer Gelegenheit wieder ihren Haß gegen uns.Täuſcht Euch nicht! ſagte ſie. Wenn die Ruſſen kämen, Euch zu befreien, ſo würden ſie nur Eure Leichen finden! Und wir fürchteten, ſie möge Recht haben. Indeß ging dieſe Gefahr, ſowie die eines Erdbebens, das uns heftig erſchreckte, vorüber. Der Kampf entfernte ſich. Doch wurden einige Verwun⸗ dete nach Dargo⸗Weden gebracht. Unter ihnen befand ſich Aimar⸗Eddin. Er ſtarb einen Tag ſpäter, nachdem

er, wie Chuanete uns mittheilte, den Muriden, die ihn

in ſeinen letzten Stunden umgaben, geſagt, ſie möchten Schamhl bitten, daß er nun Helenen die Freiheit ſchenke.