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den Ungeduld nach Freiheit ergriffen zu ſein, und ich be⸗ greife allerdings, daß ihr Charakter am wenigſten für eine ſolche Gefangenſchaft geeignet war.
Schamhl ſchenkte uns, ſo oft er ſich in Dargo⸗ Weden befand, ſeine bis ins Einzelne gehende Aufmerkſam- keit. Abgeſehen davon, daß er ſich oft nach unſerm Be⸗ finden und unſern Wünſchen erkundigen ließ, obwohl die⸗ ſelben, auch wenn wir ſie ausſprachen, nicht immer er⸗ füllt wurden, ſuchte er uns auch durch kleine Handlungen der Menſchenfreundlichkeit zu beweiſen, daß wir ſein Wohl⸗ wollen beſäßen. Er ließ Nina's Kinder zuweilen zu ſich kommen und beſchenkte ſie mit Bonbons und Confitüren. Auch ſchickte er, als er bemerkte, daß der ältere Knabe
blaß und kränklich ausſah, eine Frau, welche in jenen
Gegenden die Heilkunſt ausübte. In der That wurde der Kleine nach wenigen Tagen munter und kräftig. Wie ich hörte, hatte ein Theil der Kur darin beſtanden, daß man das Kind eine Nacht lang in die Haut eines friſch ge⸗ ſchlachteten Hammels eingeſchlagen. Doch in der Haupt⸗ ſache blieb Alles unverändert. Schamhl beſtand auf der Auswechſelung ſeines Sohnes und auf fünfzigtauſend
Rubeln für Nina und Sophia, ja, wir hörten, er
habe anfangs noch mehr verlangt und das Volk ver⸗ lange auch jetzt noch eine größere Summe. Man hatte dort gar keinen Begriff davon, wie ſchwer es


