Teil eines Werkes 
2. Band (1866)
Entstehung
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Thoren von Stauropol und berlangte den Oberſten zu ſprechen. Sie theilte demſelben mit, daß Aimar⸗Ed⸗ din in aller Form um die Hand Helenens anhalte, daß er verſprochen, ſie treu zu lieben, niemals eine an⸗ dere Frau neben ihr zu wählen, ihr alle Annehmlichkei⸗ ten zu berſchaffen, genug, ſie ganz wie ein Franke zu behandeln. Sie habe nicht einmal nöthig, zum Islam überzutreten, wenn ſie nur darein willige, daß ihre Kin⸗ der als Mohammedaner erzogen würden. Natürlich lach⸗ ten der Oberſt und Helene, der erſterer dieſen Antrag mit⸗ theilte, über die Anerbietungen Aimar⸗Eddin's. Man gab der Geſandtſchaft die Antwort, daß Helene ſchon einen Andern gewählt habe was richtiger war, als der Oberſt vermuthete und eine Woche lang ſprach man in Stauropol nur von dieſer komiſchen Werbung. Aber der Ernſt folgte bald darauf.

Die Bauern und die Wachen in der Umgebung bon Stauropol berichteten einige Wochen ſpäter, daß man ein kleines Häuflein Tſchetſchenzen bald hier, bald dort bemerkt habe. Man hielt dies jedoch für Irrthum, da man nichts von Räubereien hörte, die doch gewöhnlich von derartigen Tſchetſchenzenſchaaren verübt werden, und traf keine Vorkehrungen. Nur Helene hatte, wie ſie

ſagte, eine Vorahnung und war entſchloſſen, Stauropol zu verlaſſen und auf eine Zeit lang nach Odeſſa zu rei⸗

Mützerburg, Der Held von Garika. II. 16