Teil eines Werkes 
2. Band (1866)
Entstehung
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vielleicht bevorſtehend ſei. Darauf erhob er ſich, machte uns eine Art Verbeugung und ging.

Wir verbrachten den ganzen Abend in traurigen 7 Betrachtungen. Nina und Sophia verhehlten ſich keinen Augenblick, wie ſchwierig es ſein werde, ein hohes Löſe⸗ geld für ſie aufzubringen, um ſo mehr, da die Männer des Gebirges keine andere Zahlung kannten als in baa⸗ rem Silber. Dadurch allein ſelbſt wenn wir die An⸗ gelegenheit der Auswechſelung von Schamyl's Sohn

ganz außer Rechnung ließen konnte unſere Gefangen⸗ ſchaft auf viele Monate ausgedehnt werden. Welche Zeit ſtand uns alſo an dieſem für uns ſo trübſeligen Orte bevor! Ich kann ſagen, daß ich an dieſem Abend etwas in mir fühlte, was ich bis dahin noch nicht gekannt, eine ſtille, dumpfe Verzweiflung. Ich ſuchte in ruhigen Betrachtungen Troſt, und es gelang mir endlich, wenn auch ſehr ſchwer, mich mit dem Gedanken zu beruhigen, daß auch dieſe Monate vorübergehen und dieſe Erinne⸗ rungen in der Freude über die Vereinigung mit mei⸗ nem Vater verlöſchen würden. Zugleich faßte ich den Entſchluß, mir die Zeit dadurch abzukürzen, daß ich meine Erlebniſſe insgeheim niederſchriebe. Ich that dies ſchon in den nächſten Tagen und hatte mir dazu Glück zu wünſchen. Denn am geſtrigen Tage flüſterte mir Nina zu, daß ein Mann unter dem Fenſter ſtehe, der