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Mochte man die Sache anſehen, wie man wollte, ſo befanden wir uns immer in der Gefangenſchaft von Barbaren, die aus unſerm Beſitz den möglichſt großen Vortheil ziehen wollten, unbekümmert darum, was wir und die Unſerigen dabei litten. Dieſes Gefühl machte ſich in Nina's Antwort Luft.
„Eure Drohungen ſind unnütz“, ſagte ſie.„Wir werden Euch nicht belügen. Wenn wir Briefe erhalten, ſo werden wir Euch den Inhalt mittheilen. Aber Ihr ſolltet nicht vergeſſen, daß wir mit keinem andern Rechte uns hier befinden, als mit dem der rohen Gewalt. Wir ſehen nicht ein, weshalb gerade wir, die wir nie Krieg gegen Euch geführt, für die Gefangenſchaft Eures Sohnes büßen ſollen.“
„Man muß die günſtigen Umſtände benutzen“, ant⸗ wortete der Imam.„Ich hoffe, der Czar wird ſehr gern für ſo vornehme Frauen ein Löſegeld und mei⸗ nen Sohn geben. Wir ſind im Kriege, da hört die Milde auf.“
Er erkundigte ſich darauf nach meiner Perſon. Nina gab ihm, wie vorher verabredet worden, die Antwort, ich ſei die Tochter eines reiſenden Kaufmanns, der ſich zufällig auf Dari befunden. Aber den wenigen Worten des Imam nach zu ſchließen, war er von den Verhält⸗ niſſen ziemlich gut unterrichtet. Jedenfalls mochte er
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