die Beſtürzung in unſern Mienen leſen; er fuhr fort: „Es wird alſo von dem Czaren abhängen, ob Eure Gefangenſchaft lange währt oder nicht. Wie ich gehört, ſoll der Czar nicht abgeneigt ſein, meinen Sohn hierher zu ſenden. Er hofft, daß die Erzählungen deſſelben Ein⸗ fluß auf uns üben werden. Darin irrt er ſich. Indeſſen die Abſichten des Czaren ſind mir gleichgültig, wenn ich nur meinen Sohn wieder habe. Inzwiſchen werdet Ihr mit aller Sorgfalt, wie Mitglieder meiner Familie be⸗ handelt werden. Nur die eine Bedingung muß ich ſtellen, daß Ihr keine geheimen Briefe empfangt. Ich mache Euch zur ſtrengſten Pflicht, Alles, was Ihr thut, offen zu thun; ſonſt kenne ich keine Rückſichten und werde we⸗ der Euer Leben noch das Eurer Kinder ſchonen. Erinnert Euch, was vor einiger Zeit mit einigen ruſſiſchen Offi⸗ zieren geſchehen iſt. Sie brachen ihr Wort und ließen ſich einen Brief in einem Brod zuſtellen. Ich erfuhr es und ließ ſie ſämmtlich enthaupten. Es befindet ſich noch eine vornehme Dame, eine ruſſiſche Gräfin, die meine Krieger in Stauropol gefangen nahmen, hier in dieſem Hauſe. Ich hätte ſie längſt in Freiheit geſetzt, aber ſie hat meinem Willen mehrere Male zuwider gehandelt, und deshalb zeigte ich ihr, daß ich Herr bin.“
Auch dieſe Worte, uns von Nina verdolmetſcht, waren nicht geeignet, unſere Gemüther zu erheitern.


