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ßig Jahre alt, groß, etwas voll, friſch und munter und von ſanften Zügen. Sie flößte uns ein gewiſſes Zu⸗ trauen ein, und Nina fragte ſie nach ihren und ihrer Genoſſinnen Kindern. Sie dankte freundlich und erwi⸗ derte, die Kinder würden uns beſuchen, wenn wir uns erſt eingerichtet hätten. Aminette war die dritte Frau Schamyl's, höchſtens ſiebzehn Jahre alt, ſehr lebhaft und von intereſſanter Miene. Sie war etwas ſorgfälti⸗ ger als ihre Genoſſinnen gekleidet; mir ſchien ſie die geiſtig begabteſte von den Dreien. Mit ihnen zuſammen nahmen wir unſere Abendmahlzeit, die aus Thee, Honig und Weizenbrod beſtand. Zufälligerweiſe wurden uns auch Bonbons gereicht, an denen ſich Nina's Kinder er⸗ götzten. Wahrſcheinlich hatte man ſie irgendwo erbeutet. Im Uebrigen hörte ich, daß die Orientalinnen derartige Leckereien ſehr liebten.
Die Frauen verließen uns bald. Wir muſterten die beiden Zimmer, die man uns zur Verfügung geſtellt, und bemerkten ein ſchmales Fenſter ohne Scheiben, einen großen Kamin, weiße Fußteppiche und Bänke mit ſchmuzi⸗ gen Kiſſen, die ſich rings um den Fuß der Wände zo⸗ gen. Im Begriff, uns zur Ruhe zu begeben, erhielten wir nochmals einen Beſuch. Es war Zaidete, die mit dem Intendanten Schamyl's, Kadjio, zu uns kam, um
uns eine Büchſe mit Thee, ein Brod Zucker und einen


